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Die Portugiesen sind ein introvertiertes Volk. Wer sie näher kennen lernt, wird über die leise Begabung staunen, sich schwerelos zwischen Tradition und Moderne zu bewegen. So hat sich dieses Land, übrigens als Einziges der Welt, die Vielfalt seiner Rebsorten bewahren können. Mindestens 300 Rebsorten werden für den Weinausbau genutzt, wobei rund 100 Sorten (!) als „heimisch“ deklariert sind.
Und es gibt noch weitere, spannende Besonderheiten. In Nord-Portugal liegt mit der Region Douro auch das „älteste, offiziell deklarierte Weinanbaugebiet der Welt“. Die Schiefer und Granit-Schicht im Boden hält das Regenwasser und speichert Sonnenwärme für die Nacht. Das bekommt den Reben, die dort extrem lange Wurzeln austreiben müssen (man sagt 35-50 Meter), um an Süßwasser zu gelangen. Eine alte Regel der Winzer besagt: Nur Reben die „richtig schuften“ müssen, die wenig ertragreich sind, schaffen die Basis für die wirklich großen Weine. Und in den portugiesischen Regionen Douro, Dao, Terras do Sado, Estremadura oder Alentejo entstehen Weine von Weltruf.
Die extremen klimatischen Bedingungen in Nord-Portugal wirken sich in guten Weinjahren ebenfalls positiv auf die Qualität der Trauben aus. Man muss bedenken: Der gebirgige Norden in Portugal kann regelrecht kalt sein. Die vielleicht berühmtesten Weine kommen aus der Weinanbauregion Dão – und die ist ein klassisches Wintersportgebiet. Ebenfalls Granit und Schiefer zeichnen die Gegend aus. Die Traubenernte kann in dieser nur schwer zugänglichen Region bis heute meist nur mit Hilfe von Maultieren und Esels-Karren eingeholt werden, weil die Hänge mit modernen Maschinen nicht zu bearbeiten sind. Die Früchte werden per Hand gepflückt und zum Großteil immer noch in den „Lagares“ zu Traubenmost verarbeitet. Es gelingen feinwürzige Weine mit erstklassiger Säure-Struktur. In Portugals Süden herrscht dagegen heiter Sonnenschein - an etwa 3000 Stunden im Jahr. Es entstehen „elegante“, säurearme Weine (Alentejo, Estremadura).
In England liebt man ihn Die englischen Gentlemen bestellen seit Jahrhunderten bei den Portugiesen. Uralte Handelsbeziehungen sicherten nicht nur den Weg des besten Portweins nach Großbritannien, sondern die Engländer haben „den Daumen“ auch auf die feinen Weine des Landes. Selbst Franzosen (!), obwohl Weinspezialisten in eigener Sache, wissen die Qualität portugiesischer Weine sehr zu schätzen und sind derzeit drittgrößter Importeur. Ein weiterer Markt ist die „neue Welt“, Amerika. Allen Qualitäten voran genießt man dort den Vintage-Port sowie die weichen, säurearmen Weine der Estremadura.
Es gibt Unterschiede! Beim Wein gibt es so etwas wie den „modernen Weingeschmack“. Gearbeitet wird, global betrachtet, vor allem mit einer kleinen Handvoll Rebsorten - aus eher kommerziellen Gründen. Und es sind die „schnellgemachten, technischen“ Weine, die in riesigen Mengen auf den Markt spülen. Da ist geschmacklich meist nicht mehr drin, als eine „trocken-fruchtige“ Note. Die Vielfalt bleibt auf der Strecke. Die Raffinesse sowieso. Wir unterstützen die These, dass Weine, deren Herkunft nachvollziehbar ist (Winzer/ Quinta/ Ausbaumethode), auch den größeren Genuss bereiten. Es ist eben doch spannend, die Unterschiede zwischen den Jahrgängen zu schmecken und die teils aufwendigen Visionen der Önologen zu teilen.
Produktion
Auf rund 380.000 Hektar Rebfläche werden 8,5 Millionen Hektoliter Wein gewonnen, was für die Anbaufläche ein eher bescheidener Ertrag ist. Rein rechnerisch müsste sich diese Menge mehr als verdoppeln lassen. Deutschland produziert beispielsweise fast die gleiche Menge Wein, allerdings auf weniger als einem Drittel der Anbaufläche. Doch nicht die Menge ist ausschlaggebend! Je geringer der Ertrag der (größtenteils sehr alten ) Rebstöcke ist, desto intensiver und komplexer werden die Trauben und damit der aus ihnen gewonnene Wein. Da schmeck man auf der Zunge schon mal die Aromen von Waldbeeren, rotschwarzen Kirschen und Pflaumen, kräuterig- nussigen Nuancen, gepaart mit einer pflaumig- schokoladigen Fülle. Hier spielen die traditionellen Ausbaumethoden, z. B. in kanadischer Eiche, nochmals eine große Rolle. Die feinen Nuancen werden betont, der Barrique-Charakter macht die filigranen Weine teilweise zu großen Geschmackserlebnissen. Wer die portugiesische Mentalität kennt, der weiß, dass beim Thema „Qualität“ keine Kompromisse gemacht werden. Traditionelle Methoden gepaart mit modernster Technologie bestimmen die Vorgehensweise beim Ausbau.
Der Vinho Verde
Der berühmteste Wein der iberischen Halbinsel ist der Vinho Verde aus der Region Minho. Mit seinem frischen Charakter und den ausgeprägten Aromen der Trauben Loureiro, Pederna und Traajadura (aprikosig-zitronig) passt er vor allem gut in den Sommer. Sein Alkoholgehalt liegt zwischen 8,5 – 11,5 % vol.. Der Verde ist etwas „proseco“, er passt bestens zu Fischgerichten/ Meeresfrüchten, zu weißem Fleisch oder zu Salaten. Er sollte gut gekühlt getrunken werden. Die edelsten Rebsorten des Minho (Alvarinho und Arinto) haben gar ein so großes Potential, das weiße Spitzenweine entstehen, die zu den Besten der Welt gehören. Leider sind diese Qualitäten in Deutschland noch wenig populär. Für einen Spitzen-Verde zahlt man rund 30,00 € pro Flasche, wogegen die „besseren Qualitäten“ ab 5-8 € zu erwerben sind.
Portwein und Madeira
Portwein wird nur in einer einzigen Region der Welt hergestellt: Im Douro-Tal, welches sich von Porto aus gesehen 70 km flussaufwärts in das Hinterland Richtung spanischer Grenze erstreckt. Es handelt sich hier um die älteste offiziell deklarierte Weinregion der Welt. Viel ist hierzulande nicht bekannt über den Vinho do Porto, gerüchtehalber soll er süß und marmeladig schmecken. Doch gut ausgebaute sowie alte Portweine gehören zu den raffiniertesten Weinen der Welt. Sie können unglaublich kräftig sein und feinste Aromen (Trockenfrucht, Toffee, Karamel, Leder und Vanille gepaart mit nussig- schokoladigen Nuancen) herauskehren. Besonders Jahrgangsabfüllungen (Colheita, Vintage, LBV) bestechen oft mit ihrem eigenwilligen Charakter. Gereicht mit gutem Käse (z. B. alter Gouda, Stilton) oder Trockenfrüchten (z. B. Feigen, Pfirsich ...auch Nüssen) oder Tabak schafft man sich „das Paradies auf Erden“. Wir haben immer einige dieser Weine für Sie geöffnet oder bieten sie zu den Verkostungen an.
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